Manifest
Die meisten ERP-Projekte starten ungemessen: Bereitschaft wird geraten, Umfang aus Interviews angenommen, Entscheidungen hängen am Berater. Das Ergebnis: Budgetüberschreitungen, unnötige Module, nicht genutzte Systeme. Es geht besser.
Was wir sehen
Big-Bang-Projekte ohne objektive Antwort auf „sind wir bereit?“.
Umfang aus Interviews geraten, nicht aus Daten; Überraschungen brechen im UAT auf.
Jede Entscheidung hängt am Berater; Wissen bleibt in Köpfen und geht zur Tür hinaus.
Unsere Überzeugungen
Die Methode
Eine Haltung ist nur so viel wert wie die Abfolge, in die sie mündet. Diese fünf Schritte bilden das Rückgrat jeder Smarty-Reise — ihre Reihenfolge ist keine Vorliebe, sondern eine Abhängigkeit: Jeder Schritt verbraucht das Ergebnis des vorherigen.
Bevor Sie Demos ansehen oder Angebote einholen, drücken Sie den Ist-Zustand in Zahlen aus: Wie viel des Prozesses ist dokumentiert, wie sauber sind die Stammdaten, wer verantwortet welche Entscheidung. Ohne Messung beruht jeder weitere Schritt auf einer Vermutung.
Machen Sie aus der Messung einen Befund. „Die Bestandsgenauigkeit ist niedrig“ ist eine Beobachtung; „in welchem Lager und welcher Warengruppe sich die Korrekturbuchungen nach der Zählung häufen“ ist eine Diagnose. Die Diagnose sagt, welches Problem es wert ist, gelöst zu werden.
Schreiben Sie die Erfolgsdefinition vor dem Start auf — mit Zahl und Datum. „Go-live“ ist kein Erfolgskriterium; „der Monatsabschluss sinkt von fünf Arbeitstagen auf zwei“ schon. Das Kriterium muss unabhängig vom Anbieter überprüfbar sein.
Die Phasenreihenfolge bestimmt die technische Abhängigkeit — nicht der Modulappetit oder der Lieferkalender des Anbieters. Läuft eine Phase ohne das Ergebnis der vorherigen nicht, ist die Reihenfolge nicht verhandelbar.
Am Ende jeder Phase sollte nicht „es funktioniert“ stehen, sondern „dieses Szenario wurde mit diesen Daten von dieser Person ausgeführt und bestanden“. Ist die Abnahme nicht an Nachweise gebunden, wird die Übergabe zur Debatte.
Der Unterschied
Die beiden Wege erledigen nicht dieselbe Arbeit in anderer Reihenfolge; sie treffen dieselben Entscheidungen auf einem anderen Informationsstand. Der Unterschied wird Entscheidung für Entscheidung sichtbar.
| Entscheidung | Alter Weg | Diagnose zuerst |
|---|---|---|
| Umfang | Zum Angebotszeitpunkt, mit dem geringsten Wissen | Nach der Messung, auf Basis von Befunden |
| Produktauswahl | Erste Frage: welche Marke? | Letzte Frage: welche Fähigkeit, nach welchem Kriterium? |
| Phasenreihenfolge | Nach dem Lieferkalender des Anbieters | Nach technischer Abhängigkeit |
| Abnahmekriterium | „Wir sind live gegangen“ | Schriftliches Szenario + Nachweis + benannter Freigeber |
| Schwerpunkt des Budgets | Auf Einrichtung und mechanischer Arbeit | Auf Diagnose- und Entscheidungsqualität |
| Eigentümer des Risikos | Vollständig beim Kunden | Geteilt, an das Kriterium gebunden |
Auswahldisziplin
Die sichtbarste Folge des Diagnose-zuerst-Wegs ist, an welcher Stelle die Produktauswahl steht. Die Entscheidung fällt nicht über einen Markennamen, sondern über drei Teile: welche Fähigkeit, nach welchem Kriterium, unter welcher Voraussetzung.
Dieses Trio erzeugt auch die Fragen an den Anbieter — und diese Fragen werden zum Gerüst des Lastenhefts. Die Markenfrage verschwindet nicht; sie rückt ans Ende. Ob ein Produkt die richtige Wahl ist, lässt sich erst beantworten, wenn Fähigkeit und Kriterium niedergeschrieben sind.
Ein konkretes Beispiel
„Stücklistenverwaltung“ ist eine Fähigkeitskategorie.
„Kann bei einer mehrstufigen Stückliste eine Revisionshistorie geführt werden?“ ist das Kriterium dieser Kategorie.
„Die Produktstammdaten müssen bereinigt sein“ ist die Voraussetzung dieser Fähigkeit.
Die ausführliche Darstellung dieses Ansatzes — fünf Schritte, Vergleich und Beispiele: Diagnose zuerst: Wie der neue Weg in der Praxis aussieht
Was das ermöglicht
Sie wissen per Score, wo Sie stehen und wo Sie beginnen — nicht aus dem Bauch.
Passt der Umfang zur Realität, sinken Überraschungen, unnötige Module und Überschreitungen.
Nachweisbasiertes Design und rollenbasierte Schulung sorgen für echte Nutzung.
Häufige Fragen